Untersuchungshaft

Untersuchungshaft

Die Untersuchungshaft droht immer dann, wenn zum Beispiel eine Fluchtgefahr, eine Wiederholungsgefahr oder eine Verdunkelungsgefahr besteht.

In der Praxis nehmen die Staatsanwaltschaften und die Gerichte eine Fluchtgefahr bereits dann an, wenn eine empfindliche Haftstrafe vojn mehr als drei Jahren zu erwarten ist.

Eine Untersuchungshaft droht daher in erster Linie bei schweren Straftaten wie Totschlag, Mord, sexuellem Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung, Raub etc.

Die Untersuchungshaft dauert solange an, wie der Haftgrund (zum Beispiel die Fluchtgefahr) noch besteht. Nicht selten wird die Untersuchungshaft bis zur Hauptverhandlung aufrechterhalten. Dennoch muss das Gericht in den Fällen der Untersuchungshaft die Bearbeitung der Haftsache beschleunigen. Die Strafprozessordnung sieht vor, dass in der Regel die Untersuchungshaft nur 6 Monate betragen soll. Nur in besonderen Fällen kann die Untersuchungshaft auch über die 6 Monate hinaus aufrecht erhalten bleiben. Verstößt das Gericht gegen das Beschleunigungsgebot ist der Beschuldigte auch bei schweren Vorwürfen aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

In vielen Fällen können Betroffene jedoch vor der Untersuchungshaft bewahrt werden. Der Haftbefehl kann außer Vollzug gesetzt oder ganz aufgehoben werden. Im Fall einer Untersuchungshaft muss möglichst schnell gehandelt werden. Hier zählt jeder Tag, um dem Betroffenen schnellstmöglich aus der Untersuchungshaft herauszuholen.

Sollten Sie, Angehörige, Freunde oder Bekannte durch polizeilich oder staatsanwaltliche Ermittlungen belastet werden, so sollten Sie sich möglichst frühzeitig eines kompetenten Beistandes bedienen.

Nicht selten können Untersuchungshaft, Durchsuchungen oder Beschlagnahmen von wichtigen Unterlagen oder vom Führerschein durch geeignete Maßnahmen abgewehrt oder zeitnah aufgehoben werden.